Die MĂĽcke

Ich schnarchte glĂĽcklich in den Kissen,

da hat mich was ins Bein gebissen.

Ich sah mich wild im Zimmer um,

da hörte ich schon das Gesumm.


„Du gottverdammtes Ungetier!

Ganz unerlaubt quälst du mich hier!

Mit welchem Recht, ich frage dich,

krieg ich von dir ´nen Mückenstich?“


„Ich flog mal kurz zum Fenster rein,

da lockte mich dein nacktes Bein.

Was hältst du es auch so doll hin?

Du bist eine Verführerin!“


Empört rief ich: „Was traust du dich!

Wenn du mich angreifst, wehr ich mich.

Du bist ein unverschämter Wicht,

und deshalb kommst du vor Gericht!“


Verhandlung war am nächsten Tage.

Der Richter stellte seine Frage,

worauf die MĂĽcke dreist versetzt:

„Ich seh schon, dass die Frau gern petzt.


Jedoch, was soll´s? Ich krieg doch Recht!

Ich brauche Blut, sonst wird mir schlecht.

Und mein melodisches Gesumm

hat KunstgefĂĽhl und Tradition.


Und das beweise ich dir so!“

Sie biss den Richter in den Po.

Nun wartet sie auĂźer Fassung

in der Zelle auf ihre Entlassung.


M. Thiele


Last Updated (Thursday, 01 April 2021 15:26)