Ritter Georg besiegt den Drachen von Neubrandenburg

Zwischen Stavenhagen und Neubrandenburg trieben vor einigen hundert Jahren Drachen ihr Unwesen. Sie waren eine schreckliche Plage für Mensch und Tier.

Wenn die Drachen schlafen wollten, versteckten sie sich tief in den Wäldern. Wenn ihnen aber langweilig war oder wenn sie Hunger bekamen, verließen sie ihre Verstecke. Dann lagen sie wie umgebrochene Bäume lang ausgestreckt und scheinbar leblos am Wegrand. Dort sonnten sie sich und warteten auf ahnungslose Wanderer, die auf dem Weg zur Stadt an ihnen vorbeikommen mussten. Bevor die unglücklichen Menschen begriffen, dass sie einen Drachen mit einem Baumstamm verwechselt hatten, war es für sie schon zu spät. Der Drache fraß sie auf.

Eine besonders dreiste Drachenfamilie soll auf der Blankenhöfer und Geveziner Feldmark gelebt haben. Die Ungeheuer waren so frech, dass sie sich sogar auf der Landstraße sonnten und dort auf Opfer lauerten. Einen Fuhrmann verfolgten sie in einer wilden Hatz bis ans Treptower Tor. Nachdem sich der erschöpfte Mann mitsamt seinen Pferden in die Stadt gerettet hatte, wurde das Tor zugeschlagen und verriegelt. Einer der Drachen gab dennoch nicht auf. Er belagerte das Tor, durch das ihm seine Beute entwischt war, und ließ niemanden mehr passieren.

Da erschien Ritter Georg und erbot sich, das Ungeheuer zu töten. Die Neubrandenburger nahmen das Angebot gern an. Ritter Georg trat dem Drachen furchtlos gegenüber, holte mit seinem Schwert aus und hieb dem Untier den Schwanz ab. Darin lag jedoch die größte Kraft des Lindwurms, und so musste er sterben. Die dankbaren Bürger errichteten für den tapferen Drachentöter eine Kapelle – die St. Georgs-Kapelle.

Neu erzählt von Marianne Thiele

 

 

Last Updated (Sunday, 17 May 2020 09:45)