Die Geschichte vom Krakower Jörnberg

Vor langer Zeit gab es auch in Krakow am See Riesen. Einer von ihnen lebte am Westufer des Sees. Sein Name lautete Jörn. Er war ziemlich fußfaul und hatte keine Lust, immer um den halben See gehen zu müssen, wenn er seine Freunde am Ostufer besuchen wollte. Deshalb nahm er sich vor, einen Damm durch den See zu bauen. In seiner Schürze trug er große Mengen von Lehm und Sand heran und leerte sie zunächst am Ufer aus. Dann arbeitete er sich Meter für Meter in den See vor. Er hatte schon ganz schön viel Sand herbeigeschleppt, als ihm seine Schürze riss. Durch den heruntergefallenen Sand entstand ein neuer Hügel am See, doch mit dem Dammbau ging es so natürlich nicht voran. Vor Wut über sein Missgeschick hörte Jörn mit der Arbeit auf und verließ die Gegend. Er stieß noch seinen Besen verkehrt herum in die Erde, das war an der Grenze zum heutigen Ort Charlottenthal. Der Besen – der möglicherweise ein dicker Weidenstock war - wuchs zu einem stattlichen Baum heran. Der neue Damm wurde zwar nicht fertig, doch er reicht als Halbinsel Lehmwerder bis heute weit in den See hinein. Der Hügel ist nach dem Riesen selbst benannt und heißt Jörnberg.

Sage aus Krakow am See und der Umgebung

Neu erzählt von M. Thiele

 

Last Updated (Thursday, 28 April 2022 12:42)