Sankt Martins Mantel

Herr Frost regiert mit harter Hand,

schickt WinterstĂŒrme ĂŒbers Land.

Nach draußen gehen kostet Mut,

da tut uns warme Kleidung gut.


Sankt Martin hat das wohl bedacht.

Er reitet sicher durch die Nacht.

Sein Mantel schĂŒtzt ihn vor dem Wind.

Sein Pferd bringt ihn zur Stadt geschwind.


Am Wegrand sitzt im Schnee ein Mann,

der hat nur ein paar Lumpen an.

„Helft mir, Herr Ritter, in der Not.

Sonst bringt der Frost mir heut den Tod.“


Da hat Sankt Martin sich beeilt,

den Mantel mit dem Schwert zerteilt.

Ein halber Umhang bleibt fĂŒr ihn,

die andere HĂ€lfte gibt er hin.


Des Bettlers Dank will Martin nicht,

denn helfen ist ihm eine Pflicht.

So reitet er davon in Eil`

mit seinem halben Mantelteil.


Zu teilen, wenn man geben kann,

kommt beim Beschenkten prima an!

Und es verdoppelt sich zuweilen

auch Freude, wenn wir sie gern teilen.


M. Thiele 12/18

 

Last Updated (Friday, 07 December 2018 15:31)