Die Sage vom Krötenstein

Am Grubenhagener Weg im Hallaliter Forst kann man ein großes HĂŒnengrab sehen. Es wird durch sieben Steine gebildet und ein großer Opferstein dient ihnen als Abdeckung. Sechs kleinere Felsen liegen außerdem ganz in der NĂ€he.

Dazu kennen wir folgende Sage. Einst fuhr auf dem Grubenhagener Weg eine vierspĂ€nnige Kutsche. Darin saß eine reiche und geizige Kauffrau, die nach Krakow reisen wollte. Da erblickte ihr Kutscher einen alten kranken Mann, der erschöpft am Wegrand saß und offenbar Hilfe brauchte. Der Kutscher wollte die Pferde anhalten und den Greis fragen, was man fĂŒr ihn tun könnte. Aber die Herrin erlaubte es nicht. „Fahr zu!“, befahl sie. „Was schert uns der dumme Kerl?“ So wurde dem Kranken die Hilfe verweigert. Die Kutsche jagte an dem Alten vorbei und hĂŒllte ihn in eine Staubwolke.

Aber die Strafe folgte auf dem Fuße. Auf der Stelle wurden die Kutsche, die Pferde, der Kutscher und die hartherzige Kauffrau in sieben Steine verwandelt. So ist ihre böse Tat bestraft worden, und die großen Steine liegen heute noch allen mitleidlosen Menschen zur Warnung am Wegrand. Der Krötenstein ist ĂŒbrigens auch als Kredstein oder KrĂ€henstein bekannt.

Sage aus Krakow am See und der Umgebung, neu erzÀhlt von Marianne Thiele

Quelle: Ausstellung ĂŒber die Sagen aus dem Krakower Raum; WassermĂŒhle Kuchelmiß, Oktober 2004

 

 

 

Last Updated (Saturday, 16 June 2018 10:23)